Bei der Grundbesitzerhaftpflicht der Haftpflichtkasse sind bestimmte Umweltschäden vom Schutz ausgenommen: unter anderem Schäden auf eigenen oder gemieteten Grundstücken, am Grundwasser, im Ausland, vor Vertragsbeginn eingetretene Schäden sowie Schäden durch Asbest, Gentechnik, Kraft-, Wasser- und Luftfahrzeuge, vorsätzliches Handeln oder Kriegsereignisse. Dieser Überblick zeigt, welche Tatbestände nicht versichert sind.
Sofern im Versicherungsschein oder seinen Nachträgen nichts anderes ausdrücklich bestimmt ist, gilt Folgendes: Nicht versichert sind Pflichten oder Ansprüche wegen Schäden. Dies gilt unabhängig davon, ob diese Schäden bereits erhebliche nachteilige Auswirkungen auf den Erhaltungszustand von Arten und natürlichen Lebensräumen oder Gewässern haben oder eine Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen.
Nicht versichert sind Schäden:
- die auf Grundstücken (an Böden oder an Gewässern) des Versicherungsnehmers eintreten, welche in seinem Eigentum stehen, standen oder von ihm gemietet, geleast, gepachtet, geliehen sind oder durch verbotene Eigenmacht erlangt wurden. Dies gilt auch, soweit es sich um dort befindliche geschützte Arten oder natürliche Lebensräume handelt.
- am Grundwasser.
- infolge der Veränderung der Lagerstätte des Grundwassers oder seines Fließverhaltens.
- die vor Beginn des Versicherungsvertrages eingetreten sind.
- die sich daraus ergeben, dass der Versicherungsnehmer nach Beginn des Versicherungsverhältnisses Grundstücke erwirbt oder in Besitz nimmt, die zu diesem Zeitpunkt bereits kontaminiert waren.
- die im Ausland eintreten.
- die dadurch entstehen oder entstanden sind, dass beim Umgang mit Stoffen diese verschüttet werden, abtropfen, ablaufen, verdampfen, verdunsten oder durch ähnliche Vorgänge in den Boden, in ein Gewässer oder in die Luft gelangen. Dies gilt nicht, soweit solche Vorgänge auf einer Betriebsstörung beruhen.
- die durch betriebsbedingt unvermeidbare, notwendige oder in Kauf genommene Einwirkungen auf die Umwelt entstehen.
- durch die Herstellung, Lieferung, Verwendung oder Freisetzung von Klärschlamm, Jauche, Gülle, festem Stalldung, Pflanzenschutz-, Dünge- oder Schädlingsbekämpfungsmitteln. Ausgenommen sind Fälle, in denen diese Stoffe durch plötzliche und unfallartige Ereignisse bestimmungswidrig und unbeabsichtigt in die Umwelt gelangen, durch Niederschläge plötzlich abgeschwemmt werden oder in andere Grundstücke abdriften, die nicht im Besitz des Versicherungsnehmers stehen.
- die auf Asbest, asbesthaltige Substanzen oder Erzeugnisse zurückzuführen sind.
Ebenfalls nicht versichert sind Schäden, die zurückzuführen sind auf:
- gentechnische Arbeiten,
- gentechnisch veränderte Organismen (GVO),
- Erzeugnisse, die Bestandteile aus GVO enthalten oder aus oder mit Hilfe von GVO hergestellt wurden.
Weiter nicht versichert sind Schäden:
- infolge Zwischen-, Endablagerung oder anderweitiger Entsorgung von Abfällen ohne die dafür erforderliche behördliche Genehmigung, unter fehlerhafter oder unzureichender Deklaration oder an einem Ort, der nicht im erforderlichen Umfang dafür behördlich genehmigt ist.
- aus Eigentum, Besitz oder Betrieb von Anlagen oder Einrichtungen zur Endablagerung von Abfällen.
Nicht versichert sind zudem Schäden, die der Versicherungsnehmer, ein Mitversicherter oder eine von ihnen bestellte oder beauftragte Person durch den Gebrauch eines Kraftfahrzeuges oder Kraftfahrzeuganhängers verursachen.
Nicht versichert sind Ansprüche wegen Schäden, die der Versicherungsnehmer, ein Mitversicherter oder eine von ihnen bestellte oder beauftragte Person durch den Gebrauch eines Wasserfahrzeuges verursachen oder für die sie als Halter oder Besitzer eines Wasserfahrzeuges in Anspruch genommen werden.
Besteht nach diesen Bestimmungen für einen Versicherten (Versicherungsnehmer oder Mitversicherten) kein Versicherungsschutz, so gilt das auch für alle anderen Versicherten.
Eine Tätigkeit der genannten Personen an einem Kraftfahrzeug, Kraftfahrzeuganhänger und Wasserfahrzeug ist kein Gebrauch im Sinne dieser Bestimmung, wenn keine dieser Personen Halter oder Besitzer des Fahrzeuges ist und wenn das Fahrzeug hierbei nicht in Betrieb gesetzt wird.
Falls im Rahmen und Umfang dieses Vertrages eine abweichende Regelung getroffen wurde, gilt dieser Ausschluss insoweit nicht.
Nicht versichert sind Schäden, die der Versicherungsnehmer, ein Mitversicherter oder eine von ihnen bestellte oder beauftragte Person durch den Gebrauch eines Luft- oder Raumfahrzeuges verursachen oder für die sie als Halter oder Besitzer eines Luft- oder Raumfahrzeuges in Anspruch genommen werden.
Besteht nach diesen Bestimmungen für einen Versicherten (Versicherungsnehmer oder Mitversicherten) kein Versicherungsschutz, so gilt das auch für alle anderen Versicherten.
Nicht versichert sind Pflichten oder Ansprüche wegen Schäden durch Luft- oder Raumfahrzeuge aus:
- der Planung oder Konstruktion, Herstellung oder Lieferung von Luft- und Raumfahrzeugen oder Teilen für Luft- oder Raumfahrzeuge, soweit die Teile ersichtlich für den Bau von Luft- oder Raumfahrzeugen oder den Einbau in Luft- oder Raumfahrzeuge bestimmt waren;
- Tätigkeiten (z. B. Montage, Wartung, Inspektion, Überholung, Reparatur, Beförderung) an Luft- oder Raumfahrzeugen oder deren Teilen.
Nicht versichert sind ferner Schäden:
- soweit sich diese Pflichten oder Ansprüche gegen die Personen (Versicherungsnehmer oder jeden Mitversicherten) richten, die den Schaden dadurch verursachen, dass sie bewusst von Gesetzen, Verordnungen oder an den Versicherungsnehmer gerichteten behördlichen Anordnungen oder Verfügungen abweichen, die dem Umweltschutz dienen.
- soweit sich diese Pflichten oder Ansprüche gegen die Personen (Versicherungsnehmer oder jeden Mitversicherten) richten, die den Schaden dadurch verursachen, dass sie es bewusst unterlassen, die vom Hersteller gegebenen oder nach dem Stand der Technik einzuhaltenden Richtlinien oder Gebrauchsanweisungen für Anwendung, regelmäßige Kontrollen, Inspektionen oder Wartungen zu befolgen, oder dass sie notwendige Reparaturen bewusst nicht ausführen.
- durch Bergbaubetrieb im Sinne des BBergG.
- die nachweislich auf Kriegsereignissen, anderen feindseligen Handlungen, Aufruhr, inneren Unruhen, Generalstreik, illegalem Streik oder unmittelbar auf Verfügungen oder Maßnahmen von hoher Hand beruhen. Das Gleiche gilt für Schäden durch höhere Gewalt, soweit sich elementare Naturkräfte ausgewirkt haben.
- soweit sich diese Pflichten oder Ansprüche gegen die Personen richten, die den Schaden vorsätzlich herbeigeführt haben.
- soweit sich diese Pflichten oder Ansprüche gegen die Personen richten, die den Schaden dadurch verursacht haben, dass sie in Kenntnis von deren Mangelhaftigkeit oder Schädlichkeit Erzeugnisse in den Verkehr gebracht oder Arbeiten oder sonstige Leistungen erbracht haben.
- soweit diese Pflichten oder Ansprüche aufgrund vertraglicher Vereinbarung oder Zusage über die gesetzliche Verpflichtung des Versicherungsnehmers hinausgehen.
- die durch Krankheit der dem Versicherungsnehmer gehörenden, von ihm gehaltenen oder veräußerten Tiere entstanden sind. Versicherungsschutz besteht jedoch, wenn der Versicherungsnehmer beweist, dass er weder vorsätzlich noch grob fahrlässig gehandelt hat.
- durch den Betrieb von Kernenergieanlagen.
Was bedeutet das konkret?
Dieser Abschnitt listet auf, welche Umweltschäden nicht vom Versicherungsschutz umfasst sind. Dazu gehören unter anderem Schäden auf eigenen oder gemieteten Grundstücken, am Grundwasser, im Ausland sowie Schäden, die schon vor Vertragsbeginn eingetreten sind. Ebenso ausgeschlossen sind Schäden durch Asbest, Gentechnik, Kraft-, Wasser- und Luftfahrzeuge, vorsätzliches Handeln, Kriegsereignisse, Kernenergieanlagen und bestimmte Tierkrankheiten. Für einige dieser Punkte gibt es Rückausnahmen, etwa wenn ein Schaden durch ein plötzliches, unfallartiges Ereignis oder eine Betriebsstörung entsteht.
Häufige Fragen
Sind Schäden versichert, die schon vor Vertragsbeginn passiert sind?
Nein. Schäden, die vor Beginn des Versicherungsvertrages eingetreten sind, sind nicht versichert. Ebenso wenig sind Schäden erfasst, die sich daraus ergeben, dass der Versicherungsnehmer nach Beginn des Versicherungsverhältnisses bereits kontaminierte Grundstücke erwirbt oder in Besitz nimmt.
Besteht Schutz für Schäden durch Gülle, Dünge- oder Pflanzenschutzmittel?
Grundsätzlich sind Schäden durch Herstellung, Lieferung, Verwendung oder Freisetzung von Klärschlamm, Jauche, Gülle, festem Stalldung sowie Pflanzenschutz-, Dünge- oder Schädlingsbekämpfungsmitteln nicht versichert. Eine Ausnahme gilt, wenn diese Stoffe durch plötzliche und unfallartige Ereignisse bestimmungswidrig und unbeabsichtigt in die Umwelt gelangen, durch Niederschläge plötzlich abgeschwemmt werden oder in nicht im Besitz des Versicherungsnehmers stehende Grundstücke abdriften.
Gilt der Ausschluss bei vorsätzlich verursachten Schäden?
Ja. Pflichten oder Ansprüche, die sich gegen Personen richten, die den Schaden vorsätzlich herbeigeführt haben, sind nicht versichert.
Sind Schäden durch Tierkrankheiten mitversichert?
Schäden durch Krankheit der dem Versicherungsnehmer gehörenden, von ihm gehaltenen oder veräußerten Tiere sind grundsätzlich ausgeschlossen. Versicherungsschutz besteht jedoch, wenn der Versicherungsnehmer beweist, dass er weder vorsätzlich noch grob fahrlässig gehandelt hat.
Inhalte aus: Bedingungen Haus-Grundbesitzerhaftpflichtversicherung 2024