Für landwirtschaftliche Betriebe deckt die Haftpflichtkasse mit ihrer Betriebshaftpflichtversicherung das Produkthaftpflichtrisiko ab: Versichert sind Personen-, Sach- und daraus entstandene weitere Schäden durch hergestellte oder gelieferte Erzeugnisse, erbrachte Arbeiten und Leistungen – einschließlich Umwelt-Produkt-Risiko, Verbindungs- und Weiterverarbeitungsschäden mit einem Selbstbehalt von 2.500 EUR.
Gegenstand des Versicherungsschutzes
a) Allgemeines Produktrisiko:
Versichert ist die gesetzliche Haftpflicht des Versicherungsnehmers für Personen-, Sach- und daraus entstandene weitere Schäden, soweit diese durch vom Versicherungsnehmer verursacht wurden:
- hergestellte oder gelieferte Erzeugnisse
- erbrachte Arbeiten oder sonstige Leistungen
Dieser Versicherungsschutz beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem der Versicherungsnehmer die Erzeugnisse in den Verkehr gebracht, die Arbeiten abgeschlossen oder die Leistungen ausgeführt hat.
b) Umwelt-Produkt-Risiko (Haftung nach dem Umweltschadensgesetz):
Soweit aus der Herstellung / Lieferung von Erzeugnissen oder der Erbringung von Arbeiten oder sonstigen Leistungen Kosten für Umweltschäden nach dem Umweltschadensgesetz geltend gemacht werden, besteht hierfür Versicherungsschutz im Rahmen und Umfang des Vertragsteils D.
Versichertes Risiko
Der Versicherungsschutz bezieht sich auf den sich aus der Unternehmensbeschreibung gemäß Vertragsteil A Ziff. 5.1 ergebenden Tätigkeitsumfang.
Versicherungsfall / Versicherungssummen / Selbstbehalt
Versicherungsfall ist das während der Wirksamkeit des Vertrages eintretende Schadenereignis gemäß Ziff. 1.1 AHB.
Der Versicherungsfall tritt ein bei:
- Ziff. 4.2 im Zeitpunkt der Verbindung, Vermischung oder Verarbeitung der Erzeugnisse;
- Ziff. 4.3 im Zeitpunkt der Weiterbearbeitung oder Weiterverarbeitung der Erzeugnisse.
Die Versicherungssumme für versicherte Produktvermögensschäden gemäß Ziff. 4.2 bis 4.3 – falls vereinbart – beträgt im Rahmen der vereinbarten Sachschadenversicherungssummen: siehe Versicherungsschein.
Der Versicherungsnehmer beteiligt sich an jedem Produktvermögensschaden gemäß Ziff. 4.2 bis 4.3 mit 2.500 EUR selbst.
Abgrenzungen und Erweiterungen des Versicherungsschutzes
Personen- oder Sachschäden aufgrund von Sachmängeln infolge Fehlens von vereinbarten Eigenschaften:
Eingeschlossen sind – insoweit abweichend von Ziff. 1.1, 1.2 und 7.3 AHB – auf Sachmängeln beruhende Schadenersatzansprüche Dritter im gesetzlichen Umfang wegen Personen-, Sach- und daraus entstandener weiterer Schäden, wenn der Versicherungsnehmer aufgrund einer Vereinbarung mit seinem Abnehmer über bestimmte Eigenschaften seiner Erzeugnisse, Arbeiten und Leistungen dafür verschuldensunabhängig einzustehen hat, dass diese bei Gefahrübergang vorhanden sind.
Sofern vereinbart und im Versicherungsschein genannt gelten die Ziff. 4.2 ff. mitversichert.
Verbindungs-, Vermischungs-, Verarbeitungsschäden
Eingeschlossen sind gesetzliche Schadensersatzansprüche Dritter wegen der in Ziff. 4.2.2 genannten Vermögensschäden im Sinne von Ziff. 2.1 AHB infolge Mangelhaftigkeit von Gesamtprodukten Dritter, die durch eine aus tatsächlichen oder wirtschaftlichen Gründen nicht trennbare Verbindung, Vermischung oder Verarbeitung von mangelhaft hergestellten oder gelieferten Erzeugnissen mit anderen Produkten entstanden sind. Erzeugnisse im Sinne dieser Regelung können sowohl solche des Versicherungsnehmers als auch Produkte Dritter sein, die Erzeugnisse des Versicherungsnehmers enthalten. Mängel bei der Beratung über die An- oder Verwendung der vom Versicherungsnehmer hergestellten oder gelieferten Erzeugnisse sowie Falschlieferungen stehen Mängeln in der Herstellung oder Lieferung gleich.
Versicherungsschutz besteht insoweit auch – abweichend von Ziff. 1.1, 1.2 und 7.3 AHB – für auf Sachmängeln beruhende Schadensersatzansprüche Dritter im gesetzlichen Umfang, wenn der Versicherungsnehmer aufgrund einer Vereinbarung mit seinem Abnehmer über bestimmte Eigenschaften seiner Erzeugnisse, Arbeiten und Leistungen dafür verschuldensunabhängig einzustehen hat, dass diese bei Gefahrübergang vorhanden sind.
Gedeckt sind ausschließlich Schadenersatzansprüche wegen:
- der Beschädigung oder Vernichtung der anderen Produkte, soweit hierfür nicht bereits Versicherungsschutz nach Ziff. 1 oder 4.1 besteht;
- anderer für die Herstellung der Gesamtprodukte aufgewendeter Kosten mit Ausnahme des Entgeltes für die mangelhaften Erzeugnisse des Versicherungsnehmers;
- Kosten für eine rechtlich gebotene und wirtschaftlich zumutbare Nachbearbeitung der Gesamtprodukte oder für eine andere Schadenbeseitigung. Die Haftpflichtkasse ersetzt diese Kosten in dem Verhältnis nicht, in dem das Entgelt für die Erzeugnisse des Versicherungsnehmers zum Verkaufspreis der Gesamtprodukte (nach Nachbearbeitung oder anderer Schadenbeseitigung) steht;
- weiterer Vermögensnachteile (z. B. entgangener Gewinn), weil die Gesamtprodukte nicht oder nur mit einem Preisnachlass veräußert werden können. Die Haftpflichtkasse ersetzt diese Vermögensnachteile in dem Verhältnis nicht, in dem das Entgelt für die Erzeugnisse des Versicherungsnehmers zu dem Verkaufspreis steht, der bei mangelfreier Herstellung oder Lieferung der Erzeugnisse des Versicherungsnehmers für die Gesamtprodukte zu erzielen gewesen wäre;
- der dem Abnehmer des Versicherungsnehmers unmittelbar entstandenen Kosten durch den Produktionsausfall, der aus der Mangelhaftigkeit der Gesamtprodukte herrührt. Ansprüche wegen eines darüber hinausgehenden Schadens durch den Produktionsausfall sind nicht versichert.
Weiterverarbeitungs- / Weiterbearbeitungsschäden
Eingeschlossen sind gesetzliche Schadenersatzansprüche Dritter wegen der in Ziff. 4.3.2 genannten Vermögensschäden im Sinne von Ziff. 2.1 AHB infolge Weiterverarbeitung oder -bearbeitung mangelhaft hergestellter oder gelieferter Erzeugnisse, ohne dass eine Verbindung, Vermischung oder Verarbeitung mit anderen Produkten stattfindet. Erzeugnisse im Sinne dieser Regelung können sowohl solche des Versicherungsnehmers als auch Produkte Dritter sein, die Erzeugnisse des Versicherungsnehmers enthalten. Mängel bei der Beratung über die An- oder Verwendung der vom Versicherungsnehmer hergestellten oder gelieferten Erzeugnisse sowie Falschlieferungen stehen Mängeln in der Herstellung oder Lieferung gleich.
Versicherungsschutz besteht insoweit auch – abweichend von Ziff. 1.1, 1.2 und 7.3 AHB – für auf Sachmängeln beruhende Schadensersatzansprüche Dritter im gesetzlichen Umfang, wenn der Versicherungsnehmer aufgrund einer Vereinbarung mit seinem Abnehmer über bestimmte Eigenschaften seiner Erzeugnisse, Arbeiten und Leistungen dafür verschuldensunabhängig einzustehen hat, dass diese bei Gefahrübergang vorhanden sind.
Gedeckt sind ausschließlich Schadenersatzansprüche wegen:
- Kosten für die Weiterverarbeitung oder -bearbeitung der mangelhaften Erzeugnisse mit Ausnahme des Entgeltes für die mangelhaften Erzeugnisse des Versicherungsnehmers, sofern die verarbeiteten oder bearbeiteten Erzeugnisse unveräußerlich sind;
- Kosten für eine rechtlich gebotene und wirtschaftlich zumutbare Nachbearbeitung der weiterverarbeiteten oder -bearbeiteten Erzeugnisse oder für eine andere Schadenbeseitigung. Die Haftpflichtkasse ersetzt diese Kosten in dem Verhältnis nicht, in dem das Entgelt für die Erzeugnisse des Versicherungsnehmers zum Verkaufspreis der weiterverarbeiteten oder -bearbeiteten Erzeugnisse (nach Nachbearbeitung oder anderer Schadenbeseitigung) steht;
- weiterer Vermögensnachteile (z. B. entgangener Gewinn), weil die weiterverarbeiteten oder -bearbeiteten Erzeugnisse nicht oder nur mit einem Preisnachlass veräußert werden können. Die Haftpflichtkasse ersetzt diese Vermögensnachteile in dem Verhältnis nicht, in dem das Entgelt für die Erzeugnisse des Versicherungsnehmers zu dem Verkaufspreis steht, der bei mangelfreier Herstellung oder Lieferung der Erzeugnisse des Versicherungsnehmers nach Weiterverarbeitung oder -bearbeitung zu erwarten gewesen wäre.
Zusätzliche Erweiterungen des Versicherungsschutzes
Was bedeutet das konkret?
Diese Regelungen betreffen Schäden, die durch Produkte, Arbeiten oder Leistungen eines landwirtschaftlichen Betriebs bei Dritten entstehen. Neben klassischen Personen- und Sachschäden können auch bestimmte Vermögensschäden abgesichert sein – etwa wenn mangelhafte Erzeugnisse mit anderen Produkten verbunden oder weiterverarbeitet werden. Für diese Produktvermögensschäden gilt ein Selbstbehalt, und der Versicherungsschutz orientiert sich am beschriebenen Tätigkeitsumfang sowie an den Angaben im Versicherungsschein. Diese Zusammenfassung dient als unverbindliche Lesehilfe.
Häufige Fragen
Welche Schäden deckt das Produkthaftpflichtrisiko ab?
Versichert ist die gesetzliche Haftpflicht für Personen-, Sach- und daraus entstandene weitere Schäden, die durch vom Versicherungsnehmer hergestellte oder gelieferte Erzeugnisse sowie erbrachte Arbeiten oder sonstige Leistungen verursacht wurden.
Ab wann beginnt der Versicherungsschutz für das Produktrisiko?
Der Schutz beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem der Versicherungsnehmer die Erzeugnisse in den Verkehr gebracht, die Arbeiten abgeschlossen oder die Leistungen ausgeführt hat.
Wie hoch ist der Selbstbehalt bei Produktvermögensschäden?
Der Versicherungsnehmer beteiligt sich an jedem Produktvermögensschaden gemäß Ziff. 4.2 bis 4.3 mit 2.500 EUR selbst.
Sind auch Umweltschäden aus Produkten mitversichert?
Ja. Soweit aus der Herstellung / Lieferung von Erzeugnissen oder der Erbringung von Arbeiten oder Leistungen Kosten für Umweltschäden nach dem Umweltschadensgesetz geltend gemacht werden, besteht Versicherungsschutz im Rahmen und Umfang des Vertragsteils D.
Wonach richtet sich der Umfang des versicherten Risikos?
Der Versicherungsschutz bezieht sich auf den sich aus der Unternehmensbeschreibung gemäß Vertragsteil A Ziff. 5.1 ergebenden Tätigkeitsumfang.
Inhalte aus: Dokumentenversion (Veröff. Jahr): 2023